SPD trauert um Willi Friedrichs

Man wusste in der SPD und bei jenen Menschen, die mit Willi Friedrichs im Rat, in der Verwaltung, den Ausschüssen und in den Vereinen, denen er verbunden war, seit Monaten, dass sein Gesundheitszustand zu berechtigter Sorge Anlass gab. Doch die Nachricht, dass der erst 61jährige kurz nach der letzten Ratssitzung des Jahres, an der er um jeden Preis hatte teilnehmen wollen, nur drei Tage später gestorben ist, hat alle, denen er verbunden, war tief getroffen.
Willi Friedrichs war Ratsmitglied der SPD, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Vorsitzender des Ortsvereins Vlotho-Uffeln. Den Verein Moral und Ethik hat er 1976 ebenso mitbegründet wie 1992 den Partnerschaftsverein Vlotho-Lubsko.
Mit ihm verliert die SPD jemanden, der immer präsent war, jede Veranstaltung besuchte und stets den Kontakt zu den Menschen suchte und fand, für die er seit 2009 im Stadtrat mitarbeitete. Seinen Wahlkreis am westlichen Winterberg hat er bei den Kommunalwahlen 2009 und im Mai 2014 direkt gewonnen. Als stellvertretender Vorsitzender des SPD-Stadtverbands war er maßgeblich an der politischen Ausrichtung seiner Partei in Vlotho beteiligt und engagierte sich ganz besonders in den Wahlkämpfen der vergangenen Jahre. Willi Friedrichs gehörte 1976 zu den Gründern des Vereins Moral und Ethik (M&E), dessen Finanzen er bis November 2014 verwaltete, als er aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat. Bei M&E richtete er über Jahre hin die Vorlesewettbewerbe für Kinder aus und kümmerte sich um die Konzerte, die der Verein in der Kulturfabrik angeboten hat. Seine Teilnahme an den ersten, noch von M&E durchgeführten, Hilfsgütertransporten nach Lubsko in Polen und Arad in Rumänien führten dazu, dass er sich 1992 maßgeblich an der Gründung des Partnerschaftsvereins Vlotho-Lubsko beteiligte. Auch in diesem Verein übernahm er die undankbare Aufgabe der Kassenführung. Willi Friedrichs stammt aus Bentorf und kam als Kind mit seiner Familie in die Albert Schweitzer Straße am Galgenkamp. Nach dem Abitur am Weser-Gymnasium ging er zur Bundeswehr und studierte anschließend in Münster Geschichte und Germanistik. Zurück in Vlotho absolvierte er nach einigen beruflichen Umwegen eine Ausbildung als Kaufmann und war bei einem Großhandel in Porta Westfalica beschäftigt. Willi Friedrichs war ein begeisterter Leser von geschichtlicher Fachliteratur mit besonderem Blick auf Militärgeschichte und Kriminalromanen. Er hatte im Keller seines Hauses eine kleine Werkstatt, in der er Schiffsmodelle baute.
In seiner Jugend spielte er Handball und stand später im Tor einer Hobby-Fußballmannschaft. In den vergangenen Jahren war als Walker unterwegs und es gab kaum einen Weg und eine Straße in Vlotho, die er nicht begangenen hat.
Dank seiner umgänglichen Art, seiner Hilfsbereitschaft und seines umfassenden Wissens wurde Willi Friedrichs nicht nur von jenen Menschen geschätzt, die mit ihm im Beruf oder im Ehrenamt zu tun hatten.
Er war nicht leicht zu beeindrucken, schon gar nicht von Äußerlichkeiten, und ließ sich nur von stichhaltigen Argumenten überzeugen. Das und sein trockener Humor, sowie seine Art Dinge auf den Punkt zu bringen, haben ihm Sympathie und Achtung eingebracht; auch deshalb wird man ihn schmerzlich vermissen.

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